1908 - Topographie des Herzogtums Holstein

von Henning Oldekop 
Mühbrook - 460 ha, davon Acker 379 ha, Wiesen 32 ha, Weiden 7 ha, Hölzung 16 ha. 
Reinertrag 6.433 M durchschnittlich. Von Acker 14,28 M, Wiesen 27,63 M, Hölzung 5,
43 M.48 Wohnungen, 221 Einwohner, Gemeindevorsteher Hufner Heinrich Lucht. 
Das Dorf Muthebroge wird 1238 erwähnt, als Graf Gustav Adolf IV die Zehnten des Klosters
in Neumünster verlieh; das Dorf wurde im 30jährigen Kriege von den Kaiserlichen, die
im Lager Jevenstedt standen, geplündert. Am Anfang des 17. Jahrhunderts nahm man
den Bewohnern einen Teil zur Anlegung eines Tiergartens. 

Das Dorf Mühbrook liegt am Nordende des Einfelder Sees und ist 2 km vom Südende
des Bordesholmer Sees entfernt. Die Seen werden durch den Stintgraben verbunden.
Das Terrain ist wellig, östlich das königliche Gehege Wattenbek, südlich der Einfelder,
nördlich das Mühbrooker Bondenholz und das königliche Gehege Wildhof. 

Auf dem Dorfplatz Friedenseiche und Eiche am 27. Februar 1906, dem 25jährigen 
Einklassige Schule, 1 Gastwirtschaft, Windmühle, Schmiede, einige Hand-werker, Meierei in
Schönbek und Bordesholm. 

1915 

Aus fast jedem Hause waren Männer zum Kriegsdienst eingezogen. Frauen und Kinder halfen
in der Heimat auf ihre Weise. Es wurden in Mühbrook 30 Paar Strümpfe, 8 Paar Handschuhe
und 2 Paar Pulswärmer gestrickt. 

1921 

Der Sommer zeichnete sich durch große Trockenheit aus - 6 Wochen keinen Tropfen Regen.
Viele Brunnen waren ausgetrocknet. Erstmals nach dem Krieg wurde die Wegebesserung wieder
in Angriff genommen. die Strecke vom Bördenweg bis Stintgraben, später die Reststrecke zur
Chaussee, wurden chausseemäßig ausgebaut. Vom Kreisausschuss wurde der Gemeinde eine
Beihilfe von 20.000 Mark bewilligt.

1928

Der Rundfunk fand Einlass. Im Dorf sind 4 und in Dosenmoor 2 Anlagen.

1929

Die alte Schulkate wurde abgebrochen. Das Grundstück wurde von den Mohrdiekschen Erben an
Rechtsanwalt Schmidt, Einfeld, verkauft (heute Möbeljäger). Dieser baute sich ein
Wochenendhäuschen.

1932

Die Zahl der Arbeitslosen hat in Deutschland 6 Millionen überschritten. Mühbrook, das viele
Wohnungen für kleine Leute besitzt, ist stark betroffen. Von den 222 Einwohnern erhielten
45 Wohlfahrtsunterstützung. Die Preise in der Landwirtschaft sanken immer mehr.

1944

Allmählich findet die Mechanisierung Einlass in die Landwirtschaft. Während schon kleinere
Maschinen z.B. Heugebläse usw. Arbeitserleichterung brachten, schafften die ersten Bauern
(Lucht, Hauschildt und Schlüter) Trecker an. 

In dieser Zeit begint auch das Wocheneendhausgebiet zwischen B4 und See Gestalt anzunehmen.

1945

Auf einem "Evakuierungsmarsch" von Gefangenen von Hamburg-Fuhlsbüttel nach Kiel-Hassee vom 12.-15.April 1945
wurde in Mühbrook Station gemacht. Am Morgen des 15.April kam es zur Erschießung von zwei Häftlingen
bei den Höfen Lütje und Schurbohm.
Näheres ist nachzulesen in der Arbeit vom Historiker Uwe Fentsahm.

1946

Die Einwohnerzahl stieg durch den Zustrom der Flüchtlinge sprunghaft an. 263 Einheimischen
standen 341 Zugezogene entgegen. Es bestand Mangel an Wohnraum, Feuerung und Lebensmitteln.
Die Bauern Lütje und Harder widmeten sich verstärkt dem Gemüseanbau und konnten nebenden zur
Ablieferung kommenden Mengen noch vieles frei an die Dorfbewohner verkaufen.

Einige Flüchtlinge schufen sich schnell eine neue Lebensgrundlage. So pachtete der Gärtner Gattig aus
der Lausitz eine Koppel und zog dort Gemüse und Tabak. Nebenbei betrieb er eine Kranzbinderei.

1948

Nach der Währungsreform kehrte allmählich die Normalisierung ein. Der Stadtverkehr Neumünster
richtete eine Omnibuslinie durch das Dorf Mühbrook über Hohenhorst nach Bordesholm ein, wodurch
das Dorf besser an den Verkehr angeschlossen wurde.